Der Baum als wachsender Grabstein

 Wir begrüßen Sie auf unserer neu gestalteten Website rund um die Freiberger Bestattungsform "Der Baum als wachsender Grabstein". Hierbei werden z. B. um eine langlebige Eiche kreisförmig  44 unterirdische Kammern angeordnet.

DIE IDEE Da es in Freiberg a.N. im Landkreis Ludwigsburg keinen Wald für eine Baumbestattung wie z.B. im Friedwald gibt, die Menschen aber dennoch naturverbunden sind, war es das Ziel, eine Baumbestattung für den Friedhof zu entwerfen. Zudem sollte ein Grab immer als solches erkennbar sein. So entstand die Urnengrabanlage "Der Baum als wachsender Grabstein". Hier wächst also mit der Zeit der "Grabstein". Er wird nicht nach 30 oder 50 Jahren wie ein normaler Grabstein abgeräumt und entsorgt. Der Baum kann richt ig alt werden. Auch ist eine namentliche Erinnerung möglich, solange eine Kammer  von den jeweiligen Angehörigen genutzt wird. Sollte die Ruhezeit irgendwann ablaufen, bleibt der Baum als Bezugspunkt erhalten. Die namentliche Erinnerung erlischt dagegen.

DIE KAMMER Die unten offenen Edelstahlrohre sind 1,50 m lang und nehmen bis zu 4 Urnen auf. Dann wird die Kammer als Wahlgrab vergeben  - Laufzeit 30 Jahre zuzüglich möglicher Verlängerungen. Soll nur eine einzige Urne beigesetzt werden, kann eine Kammer auch als Reihengrab vergeben werden - dann beträgt die Laufzeit 20 Jahre. Eine Verlängerung der Laufzeit ist dann jedoch nicht mehr möglich. Die Kammer wird mit einem Bronzedeckel mit Baummotiv ebenerdig verschlossen. Eine wichtige Funktion haben die Kammern darüberhinaus als Wurzelschutz. In späteren Jahren werden keine Wurzeln beschädigt, wenn eine Nach- oder Neubelegung erfolgen soll. Die Baumwurzeln können ungestört um die Kammern herum wachsen. Ist ein Baum auch noch so mächtig. Beschädigungen im Wurzelraum sind insbesondere auf Friedhöfen der Hauptgrund für ein vorzeitigs Absterben. Hier hat ein Baum ca. 100 m² Platz nur für sich allein und braucht keinerlei Abgrabungen fürchten. Gleichzeitig hat er die Funktion eines Grabmales

DER BRONZEDECKEL Als Verschluss der Kammer dient ein Bronzedeckel mit Baummotiv. In die Vertiefungen können Plättchen zur Beschriftung geklebt werden. So kann der Deckel wieder verwendet werden und im Laufe der Zeit eine schöne Patina bilden. Die Plättchen haben die Maße 25mm x 70 mm, der Deckel selbst hat ca. 300 mmm Durchmesser.

 

DIE ERSTE ANLAGE Im Dezember 2004 wurde der erste "Baum als wachsender Grabstein" realisiert. Die Aufnahme ist von Mai 2005. Inzwischen sind alle Kammern belegt. Ein zweites Bäumchen wurde ebenfalls auf dem Friedhof im Stadtteil Heutingsheim im Jahr 2006 gepflanzt. Der dritte Baum steht auf dem Friedhof im Stadtteil Beihingen seit 2007. Im Jahr 2008 wurde im November der bereits vierte Baum im Stadtteil Geisingen gepflanzt. Im Jahr 2009 wurde der fünfte Baum, wiederum in Heutingsheim, realisiert. Alle Bäume sind von 44 Kammern umgeben. Es werden insgesamt 120-130 Bestattungen pro Jahr vorgenommen. Davon sind inzwischen 50 Prozent Urnenbeisetzungen. Unter Bäumen werden pro Jahr ca. 20-30 Urnen beigesetzt. Freiberg a.N.hat ca. 15.600 Einwohner.